Einer für alle - alle gegen Rechts! (2010)
Zielsetzung:
Kontaktaufnahme zu herkunftsdeutschen Jugendlichen aus dem Blumenviertel, Erkundung der Bedarfslagen, Vermittlung an oder auch Initiierung von attraktiven Freizeitangeboten für diese Jugendlichen im demokratischen Spektrum.
Projektbeschreibung:
Ein Mitarbeiter von Cultures Interactive sucht gemeinsam mit den Straßensozialarbeitern des Jugendamtes die Treffpunkte der Jugendlichen im Blumenviertel auf, nimmt Kontakt zu den Jugendlichen auf, erkundet Probleme und Interessen, unterstützt bei persönlichen Problemen. Ggf auftretende rassistische oder anderweitig menschenfeindliche Einstellungen werden bei Wertschätzung der Person in Frage gestellt, irritiert. Die MitarbeiterInnen stellen Kontakt zu umliegenden Jugendfreizeiteinrichtungen her, arbeiten auch mit Schulsozialarbeit der umliegenden Schulen, der Kirchengemeinde und den Sportvereinen zusammen und erschließen für die Jugendlichen attraktive Freizeitmöglichen in Kombination mit Demokratieerziehung und Menschenrechtsorientierung.
Erfolge:
Durch die Vernetzungstätigkeit des Mitarbeiters von Cultures Interactive wurde der Austausch zwischen Kirchengemeinde, Anwohnerinitiative, einzelnen AnwohnerInnen des Blumenviertels, der Elterninitiative zum Ausbau des Spielplatzes, Konfer-Gruppe und den Jugendeinrichtungen UFO und NW80 deutlich verbessert. Alle Beteiligten waren über die aktuellen Entwicklungen im Blumenviertel gut informiert, sie unterstützten oder beteiligten sich aktiv an den Diskussionen und jugendkulturellen Angeboten im und um das Gebiet.
Schwierigkeiten:
Bei ihren gemeinsamen Gängen durch das Blumenviertel trafen die Straßensozialarbeiter und der aufsuchend arbeitende Rechtsextremismusexperte nicht auf Jugendliche. Während es in den vorangegangenen Jahren noch deutliche Hinweise darauf gab, dass rechtsextreme Jugendliche sich an einigen Stellen im Blumenviertel treffen, war dies in 2010 nicht mehr der Fall. Auch mit Erwachsenen war schwer ins Gespräch zu kommen. Die Straßen des Blumenviertel wurden wenig als Ort der Begegnung wahrgenommen, öffentlich genutzte Plätze oder Läden, Cafés o.ä. gab und gibt es nicht. Rechtsextreme Aufkleber und Tacks zeigen jedoch, dass Menschen mit entsprechenden Einstellungen nach wie vor im Viertel zugegen sind.
Auswertung:
Es hat sich gezeigt, dass Straßensozialarbeit nicht die geeignete Methode ist, um Kontakte zu Jugendlichen im Blumenviertel aufzunehmen. Kontakte zu Jugendlichen und AnwohnerInnen können besser durch Einladungen zu wiederkehrenden Aktionen im öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Räumen und vermittelt über bestehende persönliche Kontakte aufgebaut werden. Um Ängsten und Unsicherheiten entgegenzuwirken und das nachbarschaftliche Miteinander zu verbessern, muss diese Arbeit langfristig angelegt sein. Um Gelegenheiten zur Begegnung und zur Verständigung zu schaffen, sollen die bestehenden Initiativen weiter gestärkt werden.