Was ist ein Lokaler Aktionsplan (LAP)?
Ein Lokaler Aktionsplan ist ein konkretes, vor Ort ausgearbeitetes und umgesetztes Konzept, das Vielfalt, Toleranz und Demokratie vor allem unter den jugendlichen Einwohnerinnen und Einwohnern stärken soll. Dazu arbeiten die Kommune und die lokalen Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft - von den Vereinen und Verbänden, religiösen Gemeinschaften, Migrantenorganisationen bis hin zu engagierten Bürgerinnen, Bürgern und Jugendlichen - eng zusammen. Sie entwickeln aufgrund der konkreten Problemlage in ihrem Wohngebiet, bzw. ihrem Stadtteil gemeinsam eine Strategie für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen vor Ort und setzen sie dann zusammen im Lokalen Begleitausschuss in Aktionen und Projekte um.
Welche Ziele hat der Lokale Aktionsplan Neukölln?
In Neukölln gibt es zwei lokale Aktionspläne, die entsprechend der unterschiedlichen lokalen Problemlagen auch unterschiedliche Ziele verfolgen.
Der seit 2007 bestehende und schwerpunktmäßig im Süden Neuköllns angesiedelte Lokale Aktionsplan Neukölln verfolgt die Leitziele:
- Rechtsextreme bekommen keinen weiteren Zulauf von Jugendlichen
- Schulen und Jugendeinrichtungen arbeiten zusammen, um Jugendliche und Eltern zu stärken und um demokratische und partizipativ pädagogische Konzepte zu entwickeln und umzusetzen
- BürgerInnen von Neukölln entwickeln einen Grundkonsens für ein demokratisches, gewaltfreies und respektvolles Miteinander.
Seit Sommer 2011 gibt es einen neuen Lokalen Aktionsplan für Nord-Neukölln. Dieser LAP verfolgt die Leitziele:
- Auf den Straßen Neuköllns begegnen sich die Menschen mit Offenheit und Respekt. Die Menschen fühlen sich im öffentlichen Raum sicher. Der Grundkonsens für eine friedliche Koexistenz ist gestärkt.
- Menschen unterschiedlichen Geschlechts, unterschiedlicher Herkunft, Religion, Lebensstils, sexueller Orientierung etc. werden gleichermaßen anerkannt.
- Neuköllner Kinder erfahren Anerkennung und Wertschätzung.
Die Leitziele werden in jedem Jahr von den jeweiligen Begleitausschüssen mit aktuellen Mittler- und Handlungszielen untersetzt.
Einige der Ziele können durch eine Vernetzung der Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteure und die Nutzung vorhandener Ressourcen erreicht werden. Der Begleitausschuss kann darüber hinaus die Entwicklung von Projekten initiieren. Vor Beginn einer jeden Förderperiode werden die aktualisierten Ziele und die jeweilige Schwerpunktsetzung des LAP veröffentlicht und Träger und Vereine werden gebeten, Projektvorschläge einzureichen. Der Begleitausschuss entscheidet, welche der eingereichten Vorschläge aus Mitteln den LAP gefördert werden sollen.
Wer ist im Begleitausschuss?
Der Begleitausschuss setzt sich zusammen aus Vertretern und Vertreterinnen von Neuköllner Vereinen, Projekten, Initiativen, Kirchen- und Moscheegemeinden, die sich in Neukölln für ein friedliches Miteinander, für Demokratie und Toleranz engagieren. Zudem sind im Begleitausschuss auch Vertreter und Vertreterinnen der Neuköllner Ämter und Behörden, die für die Umsetzung der Zielsetzung des Lokalen Aktionsplans maßgeblich sind.
Ein Netzwerk von Trägern und engagierten Personen für Demokratie und Toleranz
Seit Beginn des ersten LAP im September 2007 sind eine Vielzahl von Projekten zur Förderung von Demokratie und Toleranz in Neukölln entstanden. Träger der politischen Bildung, der kulturellen Bildung und der Jugendbildung haben sich engagiert, um das friedliche Miteinander der NeuköllnerInnen unterschiedlicher Herkunft und Lebensweise zu fördern und rechtsextremistischen, rassistischen und anderen ausgrenzenden Einstellungen und Verhaltensweisen entgegen zu wirken. Auf dieser Website sind die Projekte dokumentiert. Wir wollen damit das Know-How dieser Träger für weitere InteressentInnen aus dem Bezirk (wie Schulen, Kirchengemeinden, Initiativen) sichtbar und abrufbar machen. Auch nach Beendigung der Projekte sind die Personen und die Erfahrungen noch vorhanden. Dieses Potential lässt sich weiterhin nutzen.
An wen kann ich mich wenden?
Wenn Sie mehr über die Lokalen Aktionsplan erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an die externe Koordinierungsstelle:
gemeinnützige Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit mbH (GskA)
Ansprechpartnerin: Julia Hörning
Hobrechtstr. 83, 12043 Berlin
Telefon: 030-53 67 53 71
Email: j.hoerning@sozkult.de
Sie berät die interessierten Neuköllner und Neuköllnerinnen und potentielle Projektträger im Rahmen von Informationsveranstaltungen, telefonisch, per E-mail oder in einem persönlichen Beratungsgespräch.


